Südgipfel am Ammersee

01.12.2017

Der TSV Herrsching ist am kommenden Samstag (2. Dezember, 19:30 Uhr) der nächste Gegner des VfB Friedrichshafen in der 1. Volleyball Bundesliga. Herrsching setzte sich am vergangenen Wochenende überraschend im Pokal gegen den deutschen Meister aus Berlin durch und plant in der heimischen Nikolaushalle nun die nächste Sensation. Die Häfler allerdings fahren in dieser Saison noch ungeschlagen und als Tabellenführer an den Ammersee und laufen mit großem Selbstbewusstsein, aber ohne den verletzten Daniel Malescha, auf.

Die Häfler wollen gegen Herrsching ihre weiße Weste verteidigen / Foto Kram
Die Häfler wollen gegen Herrsching ihre weiße Weste verteidigen / Foto Kram

Der TSV Herrsching holte in der Saison 2012/2013 die Meisterschaft in der dritten Liga Ost, zwei Jahre zuvor spielte der selbsternannte „Geilste Club der Welt" noch Bayernliga und vor zehn Jahren ging Herrsching in der Landesliga an den Start. Heute sind sie schon im dritten Jahr Bestandteil der 1. Volleyball Bundesliga und seit Anbeginn in den Playoffs vertreten. Vergangenes Wochenende schaffte das Team von Trainer Max Hauser den bislang größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Herrsching zog ins Halbfinale des DVV Pokals ein - gegen den Meister aus Berlin und in fremder Halle.

„Max Hauser hat dort ganz schnell eine homogene Mannschaft aufgebaut, die jeden in der Liga schlagen kann", lobt VfB-Coach Vital Heynen seinen Trainerkollegen. „Die Mannschaften aus dem Mittelfeld haben sich gesteigert und der Unterschied vom Ersten zum Achten ist wirklich kleiner geworden." Im vergangen Jahr gewann der VfB zwei Mal knapp mit 3:2 gegen die Bayern. Heynen stellt sich auch für das Spiel am Samstag auf eine hart umkämpfte Partie ein. „In dieser kleinen und engen Halle wird es schwierig werden, unser Spiel durchzuziehen, das sehr auf Block und Verteidigung aufgebaut ist", sagt er. „Ich weiß nicht, ob wir dieses Spiel einfach so gewinnen werden."

Eine Überraschung ist Herrsching für Heynen also nicht – zumindest nicht als Mannschaft. Beeindruckt ist er vor allem von Hausers Personal. Mit Michal Sladecek hat der TSV einen erfahrenen und gut aufgelegten Zuspieler verpflichtet, von Tom Strohbach ist der Belgier schon seit seiner Zeit als Nationaltrainer überzeugt. Den 20-jährigen Tim Peter, der vom Volleyballinternat aus Frankfurt nach Herrsching kam, nennt Heynen sogar die bislang größte Überraschung in der Liga. „Keiner hat ihn so richtig gekannt", erzählt Vital Heynen. „Er spielt für sein Alter gerade einfach überragend."

„Es ist allerdings nicht so, dass es bei uns schlecht läuft", schiebt Heynen dann noch nach. „Und wenn es ein 3:2 wird, dann ist das auch in Ordnung." Er will ungeschlagen bleiben und die Tabellenführung verteidigen. Die Voraussetzungen sind nicht schlecht, ein Wermutstropfen bleibt allerdings. Für Daniel Malescha wird es nach einer Wadenverletzung vermutlich auch am Ammersee noch nicht reichen, was Heynen „ziemlich schade" findet. Schließlich hätte Heynen Malescha gern gegen seinen Heimatverein spielen sehen. Aber auch ohne Malescha ist der VfB Friedrichshafen auf einem guten Weg, die nächste kleine Sensation des gar nicht mehr so kleinen Clubs vom Ammersee zu verhindern.

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