Tief „Andreas“ ärgert Häfler Volleyballer

18.12.2017

In der 2018 CEV Volleyball Champions League geht es für den VfB Friedrichshafen am Dienstag (19. Dezember, 18 Uhr deutsche Zeit, live bei laola1.tv) gegen Ford Store Levoranta Sastamala um die Tabellenführung in Pool B. Mit drei Punkten führen die Häfler ihre Gruppe an, die Finnen rangieren mit zwei Punkten knapp dahinter. Spannend wird dabei nicht nur die Begegnung der Teams, sondern war auch schon die Anreise. Tief „Andreas" machte aus der Reise nach Finnland einen Marathon.

Die Häfler wollen auch in der Champions League die Tabellenführung / Foto: Kram
Die Häfler wollen auch in der Champions League die Tabellenführung / Foto: Kram

Manchmal mischt sich in die besinnliche Vorweihnachtszeit der Grinch ein und sorgt für schlechte Laune. Die Anreise zum ersten Auswärtsspiel in der 2018 CEV Volleyball Champions League sollte für den VfB Friedrichshafen eigentlich mit dem Flugzeug am Montagmorgen von Friedrichshafen über Frankfurt nach Helsinki führen – eigentlich. Am Sonntagabend gab es die Nachricht der Fluggesellschaft, der Flug nach Frankfurt wurde wetterbedingt gestrichen. „Wir haben dann mehrere Optionen durchdacht", sagt Teammanagerin Gesa Katz. „Schließlich haben wir uns dazu entschieden, mit dem Bus nach Frankfurt zu fahren und zu hoffen, dass der Flug nach Helsinki nicht gestrichen wird."

Gestrichen war der Flug nicht, wie das Team morgens um neun Uhr nach fünfstündiger Fahrt mit dem Mannschaftsbus in Frankfurt erfuhr. Doch: „Wir waren auf einen späteren Flug aus Friedrichshafen umgebucht", sagt Katz. Leider hatte ihr das nur am Sonntag keiner gesagt. Besser noch: die Mannschaft wurde auch nach Helsinki umgebucht. Statt mit allen Spielern um 9:30 Uhr sollte nun ein erster Teil am Nachmittag und ein zweiter am späten Abend nach Finnland fliegen. „Nach ein paar Diskussionen haben wir es dann aber doch hinbekommen, dass wir früh fliegen können", so Katz. Mit etwas Verspätung ging es dann auch los.

Für einen sichtlich geräderten Trainer Vital Heynen ist diese Anreise allerdings kein Grund, einen Nachteil für das anstehende Spiel zu sehen. „Die Jungs kennen das und schlafen oft im Bus", sagt er. „Das ist schon ok, nur ich bin ein bisschen müde." Einen Tag haben Trainer und Mannschaft dann, den Wintertrip nach Helsinki zu verdauen. Dort geht es am Dienstagabend (19. Dezember, 18 Uhr deutsche Zeit, live bei laola1.tv) gegen die Überraschungsmannschaft von Ford Store Levoranta Sastamala, die eigentlich auf dem Papier die schwächste in Pool B sein sollte. „Vielleicht sind sie aber auch die Stärksten", sagt Heynen. „Immerhin haben sie PAOK Thessaloniki im ersten Spiel 3:2 geschlagen."

Auch aufgrund des Personals will Heynen nicht von einem Underdog sprechen. Mikko Esko und Olli Kunnari sind zum Beispiel erfahrene Spieler, die schon in Russland und Italien ihr Geld verdient haben. Libero Florian Ringseis hat vergangenes Jahr noch für die United Volleys angenommen und der Ex-Berliner Urpo Sivula hat Sastamala fast im Alleingang in den Tie-Break geschmettert. „Wir müssen sehen, wo wir dann im Spiel stehen", so Heynen. „Unsere Aufgabe ist es jetzt, uns für das letzte Spiel 2017 nochmals mit Energie aufzuladen."

Ein wenig sollte aber noch im Akku sein, schließlich hatte das Team eine Woche spielfrei, ist ungeschlagen und schlug vergangenen Mittwoch die United Volleys im Halbfinale des DVV Pokals klar mit 3:0. Heynen sprach nach der Partie vom „vielleicht besten Spiel" seiner Mannschaft bislang und sieht eine stetige Steigerung. „Wir spielen gerade einfach sehr gut Volleyball", weiß er und hofft, dass dies auch gegen Sastamala in Helsinki gelingt. Daran sollte auch der Anreise-Grinch nichts ändern.

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