Berlin, Berlin und nochmal Berlin

13.03.2018

Am Mittwoch (14. März, 19:30 Uhr) hat der VfB Friedrichshafen die Chance, den ersten Schritt in Richtung „Top Sechs" der 2018 CEV Volleyball Champions League zu machen. Die Häfler treten im Hinspiel erst bei den Berlin Recycling Volleys an, um eine Woche später (22. März, 20 Uhr) die Hauptstädter zum Rückspiel am Bodensee zu begrüßen. Jakob Günthör und Georg Klein standen vergangenes Jahr noch beide für den VfB am Netz. Bei diesem „Duell der Giganten" sind die Mittelblocker Gegner – wenn auch sehr einige.

Im Duell der Giganten trifft Jakob Günthör auf seinen letztjährigen Teamkollegen / Foto: Kram
Im Duell der Giganten trifft Jakob Günthör auf seinen letztjährigen Teamkollegen / Foto: Kram

Jakob Günthör und Georg Klein haben vergangenes Jahr in Mannheim noch zusammen den DVV-Pokal gewonnen. In diesem Jahr stand Günthör mit dem VfB allein auf dem Siegerpodest. Klein war vor der Saison nach Berlin gewechselt und mit den Recycling Volleys gegen Herrsching im Viertelfinale gescheitert. Als Günthör sich zum Titel blockte, war Klein bei der Familie in Leipzig, um auszuspannen. „Ich habe es mir auch nicht angeschaut, sondern das Spiel nur im Liveticker verfolgt", sagt er. „Ich war bei einem Jugendhandballspiel meines Bruders und habe den angefeuert."


Jetzt sind beide Mittelblocker wieder im Training. Um nicht weniger als den Einzug unter die besten sechs Mannschaften Europas geht es, wenn erst Günthör mit dem VfB am Mittwoch (14. März, 19:30 Uhr) nach Berlin fährt und Klein mit den BR Volleys eine Woche später (22. März, 20 Uhr) zum Rückspiel in der ZF Arena antritt. Dazwischen – am 18. März – steigt in Friedrichshafen außerdem noch das Ligaspiel gegen Berlin. „Ich denke, das ist ein Vorteil für uns, weil Berlin einmal mehr reisen muss", sagt Jakob Günthör und auch Georg Klein sieht den Benefit auf Häfler Seite, auch wenn er in seinen Augen klein ist. „Natürlich ist die Belastung größer", gibt Klein zu. „Wir sind aber das Reisen auch inzwischen gewohnt."


Einigkeit herrscht bei den beiden Mittelblockern auch über deren Rolle für die Spiele gegeneinander. Klein, der sich sehr freut „wie Jakob sich entwickelt hat", hat einen klaren Plan, welche Kleinigkeiten ein Spiel der ewigen Konkurrenten entscheiden können. „Wir brauchen eine stabile Annahme, damit wir erstes Tempo spielen können", erklärt er und Günthör sieht das für sein Team ähnlich: „Stelian Moculescu lässt seine Teams mit viel Risiko aufschlagen und das müssen wir kontrollieren. Wenn die Annahme stimmt und wir schnell spielen können, kann ein Mittelblocker mit 15 oder 18 Punkten ein Spiel auch mal entscheiden."


Dass das Los ausgerechnet die beiden großen deutschen Mannschaften zusammengeführt hat, damit gehen sowohl Klein als auch Günthör ganz entspannt um. Dass Moculescu ausgerechnet jetzt an Berlins Seitenlinie steht, stört Jakob Günthör wenig. Und auch Georg Klein hat die Auslosung noch nicht einmal live am Computer verfolgt. „Tomas Kocian hat mich angerufen und mich mal raten lassen, wen wir gezogen haben", lacht er. „Da wusste ich schon was los ist."


Los sein wird vermutlich auch in der Max-Schmeling-Halle am Mittwoch so einiges. Georg Klein ließ schon einmal durchblicken, auf der Berliner Geschäftsstelle spreche man von einem „Zuschauerrekord". Das ist ein Faktor, den Georg Klein für sein Team als dickes Plus verbucht. Und dann sind sich die beiden Zwei-Meter-Hünen doch auch einmal nicht so einig. „Wir haben dieses Jahr in dieser Halle schon einmal gewonnen", sagt Günthör. „Wir haben auch definitiv eine Chance, das noch einmal zu tun."

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