Heimspiel für Vemic

09.12.2019

Wenn die Häfler am Dienstagabend (10. Dezember, 18 Uhr) in Novi Sad auf ihren nächsten Gegner in der Champions League treffen, dann ist das für Radomir Vemic ein Heimspiel. Der Scout des VfB Friedrichshafen kommt gebürtig aus Novi Sad und hat schon in seiner Jugend beim Gegner des VfB, dem Club von Vojvodina NS Seme, gespielt, bevor er nach Friedrichshafen kam. Im Interview spricht Vemic über die Chancen gegen Vojvodina, seine Heimat und die Gefühle vor dem Spiel.

Radomir Vemic (rechts) möchte Dienstagabend mit Co-Trainer Patrick Steuerwald und Trainer Michael Warm jubeln / Foto Kram
Radomir Vemic (rechts) möchte Dienstagabend mit Co-Trainer Patrick Steuerwald und Trainer Michael Warm jubeln / Foto Kram

Herr Vemic, Sie kommen aus Novi Sad. Was kann die Mannschaft morgen erwarten?
Es wird nicht so einfach. Die Mannschaft spielt 50 Prozent besser, wenn sie daheim spielt. Das ist ihre Mentalität und dafür ist sie bekannt. Morgen wird es mit Sicherheit sehr voll in der Halle sein und die Mannschaft profitiert sehr von der Energie der Zuschauer. Auf dem Feld zeigen die Spieler viel Leidenschaft und deswegen müssen wir morgen von Anfang an sehr gut spielen.

Können Sie Vojvodina als Mannschaft beschreiben? Was zeichnet das Team aus?
Die Mittelblocker sind sehr gute Blocker und die gesamte Mannschaft spielt extrem geduldig. Es geht nicht darum schnellstmöglich den Punkt zu machen, sondern sich eine optimale Chance zu erarbeiten und dann sichere Punkte zu machen. Wir müssen damit rechnen, dass der Ball immer und immer wieder zurück kommt, denn sie sind auch in der Abwehr sehr stark.

Erzählen Sie uns etwas von Ihrer Zeit bei Vojvodina?
Ich habe meine ganze Jugend für den Verein Volleyball gespielt, doch den Sprung in die erste Mannschaft habe ich damals nicht geschafft. Damals waren viele erfolgreiche serbische Spieler in der Mannschaft und für die jüngeren war kein Platz. Dann habe ich für eine andere Mannschaft in der zweiten Liga gespielt, doch ich hatte gesundheitliche Probleme und musste mit dem Leistungssport aufhören. Anschließend habe ich für vier Jahre als Jugendtrainer bei Vojvodina gearbeitet, bevor ich gemeinsam mit meiner Frau entschieden habe, nach Deutschland zu gehen. Nun ist Friedrichshafen meine Wahlheimat und wir fühlen uns hier sehr wohl.

Sie sind seit Ihrer Jugend eng mit dem Verein verbunden. Wie wird es morgen für Sie sein?
2007 ist der VfB das letzte Mal auf Vojvodina getroffen. Mein Bruder Milos hat damals gegen den VfB gespielt und es war ein sehr enges Spiel, beide Mannschaften waren sehr stark. Das ist nun eine sehr interessante Situation. Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich zwölf Jahre später mit dem VfB zurück nach Novi Sad komme, dann hätte ich ihm gesagt, er solle keinen Spaß mit mir machen. Nun ist es genau so gekommen. Vor einigen Tagen habe ich mit dem Trainerteam das Spiel vorbereitet und die Taktik zurecht gelegt, wie wir gegen Vojvodina gewinnen wollen. Und das ist schon ein sehr seltsames Gefühl, denn als Kind habe ich immer geweint, wenn Vojvodina verloren hat. Nun reise ich nach Novi Sad um gegen Vojvodina zu spielen und natürlich wollen wir gewinnen.

Also sieht man Sie am Dienstag nach dem Spiel weinen?
Nein, das ist ganz klar. Meine Mannschaft ist Friedrichshafen - ich sehe den VfB als meinen Verein und natürlich freue ich mich, wenn wir morgen gewinnen.

Sie sind nicht nur der Scout der Mannschaft, sondern auch bei dieser besonderen Reise, der Reiseführer, denn es geht in Ihre Heimat. Haben Sie etwas Besonderes vorbereitet?
Ich möchte, dass die Spieler mit einem guten Gefühl aus Novi Sad abreisen. Wenn wir morgen gewinnen, dann habe ich eine Überraschung für das gesamte Team vorbereitet. Auf jeden Fall aber lade ich alle in unser Haus ein und wir werden nach dem Spiel gemeinsam zu Abend essen. Leider sind wir nur sehr kurz hier, aber ich werde versuchen in der kurzen Zeit viel zu zeigen.

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